Zum Nachdenken

Im aktuellen Jahresbericht des kirchlichen Hilfswerks NAK-karitativ e.V. bringt dessen Geschäftsführer, Jörg Leske, die globalen Zusammenhänge in sehr anschaulicher, aber auch sehr nachdenklich machender Form auf den Punkt:

„Wie skurril sind doch die Verhältnisse dieses Jahrzehnts:
Da reisen wohlhabende Erholungssuchende auf zum Teil umweltschädlichen Ozeanriesen unbeschwert durch Meere, die für andere zu einer tödlichen Falle werden. Dabei handelt es sich um Menschen, die keinen anderen Ausweg mehr aus ihren wirtschaftlich oder kriegerisch bedingten Notsituationen sehen. Für sich und ihre Kinder eine lebenswerte Zukunft suchend, begeben sie sich auf eine oft über Jahre hinziehende Flucht. Viele werden dabei zur Beute von profitgierigen, skrupellosen Schleppern, wenn sie ihr Leben und häufig genug auch das ihrer Kinder riskieren, indem sie sich völlig ungeeigneten Booten zur Überquerung des Mittelmeeres anvertrauen.

Da lesen in unserem Land Eltern ihren Kindern aus Grimms Märchen vor, Ei was, du Rotkopf„, sagte der Esel zum Hahn, „zieh lieber mit uns fort, wir gehen nach Bremen, etwas Besseres als den Tod findest du überall.“ und bemerken kaum das Makabre der Situation, dass dies im 21. Jahrhundert bittere Realität geworden ist. Nur sind es nicht Tiere, die einen Weg aus dem Elend suchen, sondern Menschen! Uns „Erwachsenen“ empfehle ich, das Märchen von den Bremer Stadtmusikanten wieder einmal zu lesen. Ich hoffe, dass viele beim „gut gedeckten Tisch der Räuber“ nachdenklich werden, ganz besonders wenn sie dabei an ihren eigenen Ressourcenverbrauch und ökologischen Fußabdruck denken – ich bin es jedenfalls geworden!“

Autor: Jörg Leske, aus: Jahresbericht 2017 von NAK-karitativ e.V., erschienen im November 2018.

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Bald ist Erntedank!

Wir befinden uns wieder in der Schöpfungszeit – den Wochen vor dem Erntedanktag.

Ökumenischer Tag der Schöpfung 2018

Morgen, am Freitag, den 7. September 2018, findet der jährlich von der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland organisierte „ökumenische Tag der Schöpfung“ statt. Dazu wird es vielerorts Veranstaltungen geben. Die zentrale Feier des ökumenischen Schöpfungstags wird 2018 in Starkow in Mecklenburg-Vorpommern stattfinden, das Motto lautet „Von meinen Früchten könnt ihr leben“. Auch die NAK wird an den Feierlichkeiten beteiligt sein.

Mehr Infos zum Schöpfungstag finden Sie hier, das Programm zur Veranstaltung in Starkow finden Sie unter anderem hier und weitere regionale Veranstaltungen sind hier aufgelistet.

Zentraler Aufruf zu Aktionen innerhalb der NAK

Innerhalb unserer Kirche gibt es dieses Jahr den zentralen Aufruf aus der Bezirksapostelversammlung Europa, in den Gemeinden Aktivitäten rund um den Erntedanktag zu organisieren. Der Erntedanktag wird dieses Jahr am 7. Oktober gefeiert; das Motto, unter dem die Aktivitäten stehen sollen, lautet „Gott sei Dank“. Für die Koordination sind die Gebietskirchen zuständig, die Gemeinden haben jedoch meist recht freie Hand, welche Aktivitäten sie organisieren und umsetzen wollen.

Die Initiative freut sich darüber, dass das Thema Erntedank im Jahr 2018 so zentral in unserer Kirche behandelt wird und einen Fokus im Gemeindeleben bilden soll!

Neben den Aktionen in den Gemeinden soll auch öffentlichkeitswirksam zu den Erntedankgottesdiensten aufgerufen werden. Dazu werden in ganz Deutschland – wie in den letzten Jahren in NRW – Plakatwände angemietet und das Poster mit den lachenden Kürbissen aufgehängt.kürbisse erntedanktag 2018

Ideenliste der Initiative Schöpfungsverantwortung

Der zentrale Aufruf innerhalb der europäischen Gebietskirchen der NAK ist der Grund, warum die Initiative Schöpfungsverantwortung dieses Jahr keinen eigenen Aufruf zur Organisation von Erntedankaktionen – wie in den letzten drei Jahren seit 2015 – gestartet hat.

Die Ideenliste, die von der Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit (AG ÖFA) der NAK erarbeitet wurde, greift jedoch sehr viele Ideen der Initiative Schöpfungsverantwortung auf, wie beispielsweise die Andacht „Die Schöpfung preisen – die Schöpfung bewahren“, die wir 2016 konzipiert haben. Die 30-minütige Andacht mit Texten, Liedern und Lesungen schicken wir gerne auf Anfrage zu.

Unsere Ideenliste, die sich in großen Teilen mit der der AG ÖFA überschneidet, finden Sie hier. Zudem finden Sie auf diesen Unterseiten eine Übersicht über die Aktivitäten, die Gemeinden in den Jahren 2015, 2016 und 2017 organisiert haben. Vielleicht bietet Ihnen das Inspiration für die Planung der Aktionen in Ihrer Gemeinde.

Materialien für Ihre Aktion zum Erntedanktag

Konkrete und direkt für Sie nutzbare Materialien (Link zur Download-Seite), die die Initiative Schöpfungsverantwortung bereitstellt, sind:

  • Andachten zum Thema „Die Schöpfung preisen – die Schöpfung bewahren“ (30 Minuten), zum Thema des ökumenischen Schöpfungstags „Von meinen Früchten könnt ihr leben“ (30 Minuten) und eine verkürzte Version mit Teilen beider Andachten (20 Minuten)
  • Eine Fotoausstellung zum Thema „Wundervolle Schöpfung“
  • Leitfäden für Gemeinden zu den Themen „Naturnaher Kirchgarten“ (mit Bauanleitungen für Insektenhotels, Nisthilfen und weiteren praktischen Tipps, z.B. zum Anlegen von Steingärten), „Naturverträglicher Altarschmuck“ und „Ernährung und Schöpfungsverantwortung“
  • Eine Präsentation mit Skript zum Thema Schöpfungsverantwortung (naturwissenschaftliche und theologische Hintergründe, Vorstellung der Initiative, Anregungen für die konkrete Umsetzung in Gemeinden)
  • Flyer mit Ideen für den Erntedanktag und über die Initiative Schöpfungsverantwortung

Des Weiteren finden Sie auch auf der Seite der ACK zum ökumenischen Schöpfungstag diverse Materialien wie Predigtanregungen, Lieder und Gebete.

Aktionen in Ihrer Gemeinde und Berichte darüber

Wir freuen uns über die vielfältigen Ideen und Aktionen dieses Jahr zu Erntedank und über alle Glaubensgeschwister, die sich bei uns gemeldet haben, um Anregungen zu bekommen, Materialien zu bestellen oder uns über ihre Aktivität zu informieren!

Gerne berichten wir auf unserer Facebookseite oder hier auf der Homepage über Ihre Aktion! Schicken Sie uns dazu einfach einen Link zum Bericht oder Fotos und einen Bericht an schoepfungsverantwortung(at)posteo.de.

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Gemeinde bei allen Aktivitäten gutes Gelingen und viel Freude sowie eine gesegnete Schöpfungszeit/einen gesegneten Erntedanktag!

Initiative beendet aktive Arbeit als Fachgruppe für den IJT 2019

Seit November 2016 beschäftigte sich die Initiative Schöpfungsverantwortung damit, wie der im kommenden Jahr stattfindende Internationale Jugendtag (IJT) umweltfreundlich gestaltet werden kann. Nun beenden wir die aktive Mitarbeit als Fachgruppe im Organisationsteam, stehen jedoch selbstverständlich weiterhin auf Anfrage zur Seite.

Grund für den Rückzug ist die schwache Resonanz der anderen Organisationsteams auf unsere Vorschläge und die aus unserer Sicht mangelnde Unterstützung des Leitungsgremiums, das Thema Umweltschutz konsequent in den relevanten Bereichen zu berücksichtigen.

Die Basis – das Umweltschutzkonzept

Im November 2016 legte die Initiative Schöpfungsverantwortung ihren 9-seitigen Vorschlag für ein umfassendes Umweltschutzkonzept (Link zum Papier) für den Internationalen Jugendtag (IJT), der vom 30.5.-2.6.2019 auf dem Gelände der Messe Düsseldorf stattfinden wird, vor.

Im Vorfeld dazu hatte die Initiative Kontakt zum Projektmanager des IJT aufgenommen, von welchem sie dazu eingeladen wurde, sich aktiv in die Planungen und die Organisation einzubringen. Im April 2017 war die Initiative dann durch drei Personen bei der Auftaktsitzung aller Projekt- und Fachgruppen vertreten und präsentierte die Schwerpunkte des Konzepts: Verringerung schädlicher Umweltauswirkungen in den Bereichen Verpflegung, Mobilität und beim Willkommenspaket. Diese wurden bereits in der ersten Sitzung von einigen Gruppen überraschend kontrovers diskutiert und teilweise äußerst kritisch hinterfragt.

Mit Unterstützung des Projektmanagers führte die Initiative ihre Arbeit in der Fachgruppe 9 „Schöpfungsverantwortung“ jedoch weiter fort, trat bei den folgenden Sitzungen, per E-Mail und einem persönlichen Treffen mit dem Caterer für den IJT an die relevanten anderen Gruppen heran und versuchte, Impulse zu setzen und Entscheidungen in eine umweltfreundliche Richtung zu lenken. Ziel war, dass möglichst jede Gruppe mindestens ein Leuchtturmprojekt zum Thema Schöpfungsverantwortung umsetzt.

Die (kleinen) Erfolge

Dies gelang in einigen Punkten, wenngleich die Entscheidungen teilweise nicht (nur) aus Umweltschutz-, sondern z.B. auch aus Kostengründen gefällt wurden und somit nicht zwangsläufig auf unsere Bemühungen zurückgeführt werden können. So wird es beispielsweise im Willkommenspaket – aus heutiger Sicht – keine Powerbanks für alle Teilnehmenden geben. Die Herstellung dieser technischen Geräte für voraussichtlich mehr als 30.000 Personen, wovon die Mehrzahl sicherlich bereits solch ein Gerät besitzt, hätte enorm viel Energie und seltene Rohstoffe bedeutet, zudem findet die Herstellung meist unter äußerst fraglichen Arbeitsbedingungen statt. Stattdessen wird man sich bei Bedarf eine Powerbank im IJT-Shop vor Ort kaufen können, was die  Initiative Schöpfungsverantwortung ausdrücklich begrüßt.

Zudem plant der Caterer diesmal weit weniger (Plastik-)Verpackungen als beim EJT 2009 einzusetzen und z.B. zum Frühstück eine offene Theke für Käse und Wurst anstatt eingeschweißte, vorgepackte Portionen anzubieten. Außerdem sollen durch verschiedene Maßnahmen Lebensmittelabfälle verringert werden.

Begrenzte Einflussmöglichkeiten

In zahlreichen Punkten wurden unsere Vorschläge jedoch abgelehnt, ein konsistentes Umweltkonzept bzw. einen roten Faden in diese Richtung wird es leider – aus heutiger Sicht – nicht geben. Insbesondere betrifft dies unsere Hinweise für eine umweltverträgliche Verpflegung – also einen hohen Anteil vegetarischer, regionaler, biologisch erzeugter oder fair gehandelter Produkte.

Unser Fazit

Trotz einiger guter Maßnahmen wird der IJT – aus heutiger Sicht – unseren Erwartungen an eine umweltfreundliche Großveranstaltung bei Weitem nicht gerecht. Auch günstige oder kostensparende von uns vorgeschlagene Maßnahmen, wie die Reduzierung des Fleischangebots, wurden abgelehnt. Leuchtturmprojekte wie das ausschließliche Angebot fair gehandelten Kaffees und Tees oder Apfelsaft von regionalen Streuobstwiesen werden noch geprüft oder wurden als nicht umsetzbar eingestuft.

Leider konnten wir als Initiative und Fachgruppe nicht mehr erreichen und sehen auch für die verbleibende Zeit bis zum IJT nicht, dass sich noch viel in Richtung Umweltfreundlichkeit bewegen wird. Daher haben wir beschlossen, unsere aktive Mitarbeit an der Organisation des IJT zu beenden und „nur“ noch auf Anfrage beratend zur Seite zu stehen.

Aus unserer Sicht muss sich der IJT an anderen (christlichen) Großveranstaltungen messen lassen – und dort spielt Nachhaltigkeit oft eine große Rolle. Zudem verpasst der IJT aus unserer Sicht die Chance, Werte wie Verantwortung für Gottes Schöpfung (Menschen, Tiere, Pflanzen) und die damit verbundene Nächstenliebe als starke verbindende Elemente für die Veranstaltung zu nutzen, insbesondere, da es sich um einen Jugendtag handelt und dieses Thema gerade bei Jugendlichen eine zunehmende Bedeutung erfährt und sie besonders betrifft.

Die Initiative auf dem IJT 2019

Die Initiative wird trotzdem mit verschiedenen Beiträgen auf dem IJT 2019 vertreten sein:

  • An allen Tagen werden wir mit einem Stand auf dem Messegelände vertreten sein.
  • Wir werden ein oder mehrere Male einen Workshop zum Thema „Schöpfungsverantwortung in Gemeinden leben“ anbieten.
  • Voraussichtlich werden wir eine Andacht zum Thema Schöpfungsverantwortung gestalten.

Gelungener Workshop zum Thema Suffizienz auf dem Nordostdeutschen Jugendtag 2018 in Leipzig

Zum ersten Nordostdeutschen Jugendtag, der vom 15. bis 17. Juni 2018 in Leipzig stattfand, boten Vertreterinnen und Vertreter der Initiative Schöpfungsverantwortung einen Workshop zum Thema Suffizienz an. Die Resonanz war überwältigend: Rund 100 Teilnehmende, die gerade so in den Raum passten, nahmen daran teil.

Suffizienz als wichtige Säule für Nachhaltigkeit

Einführung in das Thema SuffizienzDa der Begriff Suffizienz nicht allen geläufig sein dürfte, wurde als Titel humorvoll „Suffizienz! – Suffi was?“ gewählt, mit dem Zusatz „Verantwortliches Leben im Einklang mit Gottes Schöpfung“.

In der einleitenden Präsentation wurde dann ausgeführt, dass Suffizienz zum Beispiel mit Genügsamkeit beschrieben werden kann und neben den Strategien Effizienz (wie die Herstellung energiesparenderer Geräte) und Konsistenz (wie der Umstieg von fossil auf erneuerbar hergestellten Strom) eine wichtige Säule für Nachhaltigkeit bildet.

Inspirierende Gruppenarbeiten

Das Kernstück des Workshops bildete der Austausch in Kleingruppen. Die Themen der fünf Gruppen waren:

  • Worüber definiere ich mich? – Rollenspiel
  • Was hat Suffizienz mit dem Leben Jesu zu tun? Wie fordert Jesu die Menschen auf, ihr Leben im Sinne der Genügsamkeit zu gestalten?
  • Was macht mich glücklich? Welche immateriellen Dinge sind es, die das eigentliche Glück im Leben als ChristIn ausmachen?
  • Wie sehe ich, als JugendlicheR meine Zukunft? Wie lässt sich mein Leben so gestalten, dass auch meine Kinder und Enkelkinder noch die Voraussetzungen für ein lebenswertes, glückliches Leben haben?
  • Welche Kraftquellen und welche Orientierung geben mir mein Glaube, um gegen den Strom zu schwimmen? Wie kann ich im täglichen Leben zeigen, dass ich durch Genügsamkeit meine Verantwortung für die Schöpfung wahrnehme?

In intensiven Gesprächen und Diskussionen tauschten sich die Teilnehmenden über diese Themen aus bzw. entwickelten innerhalb kürzester Zeit ein Rollenspiel und trugen danach ihre Gedanken und Ergebnisse vor.

Fazit

Wir haben uns sehr über das große Interesse am Workshop gefreut! Dies bestätigte uns in unserer Annahme, dass das Thema Schöpfungsverantwortung im Allgemeinen und im Speziellen auch das von vielen kritisch beäugte Thema Suffizienz bzw. Genügsamkeit insbesondere Jugendlichen sehr wichtig ist und sie beschäftigt.

Hier finden Sie den Bericht über den gesamten Jugendtag auf der Jugendtags-Homepage.

Bericht über das vierte Jahrestreffen in Trostberg

Am Palmsonntagswochenende, vom 23. bis 25. März 2018 trafen sich 25 neuapostolische Gläubige aus allen deutschen Gebietskirchen und der Schweiz im Rahmen des vierten Jahrestreffens der Initiative Schöpfungsverantwortung in der Gemeinde Trostberg.

Gruppenbild Trostberg_

Die Initiative Schöpfungsverantwortung in der Neuapostolischen Kirche

Die Initiative, die sich nach mehreren Workshops, unter anderem auf dem Internationalen Kirchentag (IKT) 2014 gründete, hat es sich zum Ziel gesetzt, innerhalb der Neuapostolischen Kirche für das Thema Schöpfungsverantwortung zu sensibilisieren. Dazu stellt sie hier, auf ihrer Homepage, Materialien und Inspiration für Gemeindemitglieder sowie Gebietskirchen bereit und ruft Gemeinden zu Aktivitäten im Sinne der Bewahrung der Schöpfung, zum Beispiel zum Erntedanktag, auf.

IMG_0043Seit der Gründung der Initiative treffen sich die Mitglieder und aktive Interessierte jedes Jahr an einem anderen Ort. Das Gründungstreffen fand im Jahr 2015 in Berlin statt, Treffen bei Zürich und in Koblenz folgten. Zum vierten Jahrestreffen hatten die Glaubensgeschwister Doris und Sepp Eder, die sich seit Beginn in der Initiative einbringen, in ihre Gemeinde Trostberg eingeladen. „Wir haben uns sehr gefreut, dass so viele zu uns nach Bayern gekommen sind“, freuen sich die Gastgeber. Doris und SeppMit 25 Teilnehmenden – darunter fünf Personen, die sich neu in die Initiative einbringen möchten – war es sogar das Jahrestreffen mit der bisher höchsten Zahl an Teilnehmenden.

Programm beim vierten Jahrestreffen beginnt mit einem Rückblick

Am Freitagabend begann das Treffen zunächst mit einer Vorstellungsrunde und einer Begrüßung der Anwesenden durch den Vorsteher der Gemeinde Trostberg. Zudem blickten die Mitglieder der Initiative auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres zurück.

Für die InitiatorInnen der Initiative, Carina Zell-Ziegler und Timo Ziegler aus Berlin, war das Highlight der Programmpunkt der Initiative am NAK-Stand auf dem deutschen evangelischen Kirchentag (DEKT) im Mai 2017 in Berlin. Dort hatten sieben Aktive der Initiative die Möglichkeit, in einem interaktiven Format die Aktivitäten der Initiative vorzustellen.

Weitere Highlights der Teilnehmenden waren der erneute Aufruf an Gemeinden zur Organisation von Erntedankaktionen, dem auch 2017 wieder zahlreiche Gemeinden gefolgt sind, Workshops und Andachten in Berlin und Hannover, ein Konfirmandenwochenende zum Thema Schöpfung in Bremen, die Veröffentlichung einer weiteren Broschüre der Initiative mit Empfehlungen zur Verpflegung bei Gemeindeaktivitäten, Wanderungen, Spendenaktionen und thematisch passende Frühstücke in den Gemeinden sowie die Umgestaltung eines Teils des Kirchengartens zu einem naturnahen Garten.

Inhaltliche Arbeit am Samstag und Sonntag

Der eigentliche inhaltliche Teil des Treffens fand am Samstag statt. Zunächst stimmten sich die Anwesenden in einer Andacht geistlich auf das Thema Schöpfungsverantwortung ein. Danach erfuhren die Teilnehmenden etwas zu den aktuellen Entwicklungen in Klimawissenschaft und -politik. Dazu hatte die Initiatorin Carina Zell-Ziegler, die in der wissenschaftlichen Politikberatung zum Thema Energie und Klimaschutz arbeitet, einen kleinen Vortrag vorbereitet.

Nach diesem Input waren die Mitglieder der Initiative gefragt: In kleinen und wechselnden Gruppen diskutierten sie über Erfolgsrezepte zur Aktivierung von Gemeindemitgliedern, über den Umfang und die nötigen Informationen im Leitfaden für konkrete Schöpfungsverantwortung in Gemeinden, der sich derzeit in Arbeit befindet, über weitere Materialien und Angebote, die die Initiative Gemeinden zur Verfügung stellen kann und über nächste Aktionen der Initiative zur Sensibilisierung weiterer Gemeinden.

Das inhaltliche Nachmittagsprogramm begann mit einem kurzen Bericht zum Stand des Umweltschutzkonzepts für den Internationalen Jugendtag (IJT), der 2019 in Düsseldorf stattfinden wird. Darauf folgte ein Einführungsvortrag zum Thema Suffizienz (= das richtige Maß, in etwa Genügsamkeit) vom Initiativen-Mitgliede André Pahl aus Taucha. Zu diesem in der Gesellschaft und insbesondere bei Jugendlichen immer präsenter werdenden Thema bieten die drei aktiven Initiativen-Mitglieder aus Taucha einen Workshop am Nordostdeutschen Jugendtag 2018 in Leipzig an. Dies war der Anlass, in der nachmittäglichen Kleingruppenarbeit unter anderem über die Inhalte des Workshops nachzudenken. Weitere Kleingruppen planten den Stand, den die Initiative am IJT 2019 haben wird, weiter und dachten über Aktivitäten am IJT nach, um die Jugendlichen auch auf dieser Großveranstaltung mit dem Thema Schöpfungsverantwortung in Berührung zu bringen.

In der Abschlussrunde am Sonntag nach dem Gottesdienst tauschten sich die Teilnehmenden noch zum Thema Unterrichtsmaterialien aus. Da viele der Initiativen-Mitglieder in ihren Gemeinden auch kirchliche Unterrichte von Kindern und Jugendlichen mitgestalten, soll eine Sammlung guter Praxisbeispiele für Unterrichtsstunden und andere Veranstaltungen zum Thema Schöpfungsverantwortung erstellt werden.

Rahmenprogramm: Stadtführung, Panorama Altötting und mehr

Auch das Rahmenprogramm und das gesellige Zusammensein kamen beim Treffen nicht zu kurz. Nach dem Mittagessen am Samstag bot Sepp Eder bei schönstem Sonnenschein eine Stadtführung durch Trostberg an. Abends klang das Programm im Restaurant bzw. an der Hotelbar aus.

Für den Besuch des Gottesdienstes in Trostberg hatten die am Treffen Teilnehmenden am Samstagabend noch Stühle in den Gottesdienstraum getragen, so dass alle in der kleinen, aber feinen Kirche Platz fanden. Einige der Initiativen-Mitglieder gestalteten den Gottesdienst am Sonntagmorgen dann auch als Verstärkung des Chores aktiv mit. Nach dem Gottesdienst stellten die GründerInnen der Initiative der Gemeinde diese vor und berichteten, was beim Treffen erarbeitet worden war.

Nach der Abschlussrunde des Treffens im Mehrzweckraum der Trostberger Kirche und einem köstlichen Imbiss, für den einige Trostberger Glaubensgeschwister gesorgt hatten, fuhr ein Großteil der Anwesenden als Ausklang und passend zur Passionszeit noch nach Altötting, um das Panorama „Kreuzigung Christi“ zu besichtigen.

Mit großer Dankbarkeit für die Organisation und das Einbringen der Trostberger Gemeindemitglieder sowie neuer Motivation und Inspiration für weitere Aktivitäten fuhren die Mitglieder der Initiative Schöpfungsverantwortung wieder in alle Himmelsrichtungen nach Hause. Das Treffen im Jahr 2019 werden die Initiativen-Mitglieder aus Taucha bei Leipzig ausrichten.

Nächstes Jahrestreffen: 23.-25. März 2018 in Trostberg

Vom 23.-25. März 2018 trifft sich die “Initiative Schöpfungsverantwortung in der Neuapostolischen Kirche” zu ihrem nächsten Jahrestreffen. Das Treffen findet in der Kirche der Gemeinde Trostberg, Nikolaus-Streicher-Str. 1, 83308 Trostberg, nahe dem Chiemsee statt.

Alle Interessierten – auch neue Gesichter – sind herzlich Willkommen!

Hier die Eckdaten zum Treffen:

  • Beginn am Freitag: 18 Uhr (Ankommen in der Kirche ab 17:30 Uhr)
  • Ende am Sonntag: ca. 12 Uhr, danach optionale Besichtigung des Panoramas „Kreuzigung Christi“ in Altötting
  • Das Programm finden Sie hier
  • Anmeldungen bitte bis Sonntag, 11. März per E-Mail an: schoepfungsverantwortung(at)posteo.de mit Name, Gemeinde, Ankunftszeit am Freitag und Handynummer (für die eventuelle Kommunikation vor Ort)
  • Die Übernachtungen müssen selbst gebucht werden. Zimmer im „Hotel Pfaubräu“ sind bis Ende Februar auf das Kennwort „Schöpfungsverantwortung“ für uns reserviert. Eine Alternative ist das Hotel „Zur Post“.

Wir freuen uns schon sehr auf ein weiteres inspirierendes Treffen!

Was wir beim letzten Treffen alles gemacht haben, kann hier nachgelesen werden.

Handreichung für Gemeinden zum Thema Ernährung erschienen

Ernährung ist eine persönliche Entscheidung

Ernährung ist wohl für jede und jeden ein sehr wichtiges und präsentes Thema. „Was koche ich mir heute?“ und „Sollte ich mich gesünder ernähren?“ sind nur zwei der Fragen, die man sich mal mehr, mal weniger stellt. Die Entscheidung darüber, was wir essen und welche Vorlieben wir dabei haben, ist eine sehr persönliche – und das ist auch gut so!

Dennoch gibt es Situationen, in denen wir darauf angewiesen sind, welche Entscheidungen andere beim Thema Ernährung getroffen haben – sei es in der Schulmensa, der Bürokantine oder aber dem sommerlichen Gemeindefest in der Kirche. Dort ist die Auswahl begrenzt und wenn wir Hunger haben, müssen wir essen, was angeboten wird.

Komplexes Thema Ernährung sachlich in einer Handreichung für Gemeinden aufgearbeitet

In sachlicher und einfach verständlicher Sprache beschreibt Dr. Hans Jungelen, Mitglied der Initiative Schöpfungsverantwortung und Priester in der Gemeinde Koblenz, welche traditionellen und aktuellen Ernährungsweisen es gibt sowie was religiöse Speisevorschriften in den drei „Buchreligionen“ (Judentum, Islam und Christentum) vorschreiben – und was nicht.

Neben dieser Beschreibung erläutert er zudem zu Beginn der 37-seitigen Broschüre welche theologischen, sozialen und naturwissenschaftlichen Aspekte das Thema Ernährung mit sich bringt. Am Schluss der Handreichung, die speziell an Kirchengemeinden adressiert ist, formuliert er Empfehlungen, wie Speiseangebote zu kirchlichen Veranstaltungen im Sinne der Schöpfungsverantwortung gestaltet werden können sowie zur guten Gastlichkeit bei interreligiösen Begegnungen, wenn Gemeinden als Gastgeber auftreten.

Dabei appelliert er an die persönliche und christliche Verantwortung für das eigene Wohl, das Wohl der Mitmenschen und das Wohl unserer Umwelt, ohne Ernährungsweisen als „richtig“ oder „falsch“ abzustempeln.

Lesen, herunterladen, selbst ausdrucken

Sie können die Gemeindehandreichung „Ernährung und Schöpfungsverantwortung – Gedanken und Impulse zum Thema christliches Mensch-Umwelt-Verhältnis“ hier lesen und herunterladen. Gerne können Sie die Broschüre auch selbst im A5-Format ausdrucken und in Ihrer Gemeinde vorstellen.

Hans

Die Broschüre ist die dritte, die Hans Jungelen für die Initiative Schöpfungsverantwortung verfasst hat. Bereits vor einiger Zeit erschienen die Leitfäden zu den Themen „Naturnaher Kirchgarten“ und „Naturverträglicher Altarschmuck“ des promovierten Geographen, Diplomingenieurs für Landespflege sowie Gartenbauingenieurs, die sie alle hier herunterladen können.

Themenpapier von NAK karitativ zum Thema Ernährung

Auch NAK karitativ macht in seinem aktuellen Newsletter auf sein Themenpapier „Klima und Ernährung“ aufmerksam (Download hier). Der Fokus liegt dort auf den Auswirkungen unserer Ernährung auf das Klima, denn der Klimawandel spielt in vielen der Projektländer eine große Rolle und trägt mit zur Verschlechterung der Lebensbedingungen dort bei.