Initiative beendet aktive Arbeit als Fachgruppe für den IJT 2019

Seit November 2016 beschäftigte sich die Initiative Schöpfungsverantwortung damit, wie der im kommenden Jahr stattfindende Internationale Jugendtag (IJT) umweltfreundlich gestaltet werden kann. Nun beenden wir die aktive Mitarbeit als Fachgruppe im Organisationsteam, stehen jedoch selbstverständlich weiterhin auf Anfrage zur Seite.

Grund für den Rückzug ist die schwache Resonanz der anderen Organisationsteams auf unsere Vorschläge und die aus unserer Sicht mangelnde Unterstützung des Leitungsgremiums, das Thema Umweltschutz konsequent in den relevanten Bereichen zu berücksichtigen.

Die Basis – das Umweltschutzkonzept

Im November 2016 legte die Initiative Schöpfungsverantwortung ihren 9-seitigen Vorschlag für ein umfassendes Umweltschutzkonzept (Link zum Papier) für den Internationalen Jugendtag (IJT), der vom 30.5.-2.6.2019 auf dem Gelände der Messe Düsseldorf stattfinden wird, vor.

Im Vorfeld dazu hatte die Initiative Kontakt zum Projektmanager des IJT aufgenommen, von welchem sie dazu eingeladen wurde, sich aktiv in die Planungen und die Organisation einzubringen. Im April 2017 war die Initiative dann durch drei Personen bei der Auftaktsitzung aller Projekt- und Fachgruppen vertreten und präsentierte die Schwerpunkte des Konzepts: Verringerung schädlicher Umweltauswirkungen in den Bereichen Verpflegung, Mobilität und beim Willkommenspaket. Diese wurden bereits in der ersten Sitzung von einigen Gruppen überraschend kontrovers diskutiert und teilweise äußerst kritisch hinterfragt.

Mit Unterstützung des Projektmanagers führte die Initiative ihre Arbeit in der Fachgruppe 9 „Schöpfungsverantwortung“ jedoch weiter fort, trat bei den folgenden Sitzungen, per E-Mail und einem persönlichen Treffen mit dem Caterer für den IJT an die relevanten anderen Gruppen heran und versuchte, Impulse zu setzen und Entscheidungen in eine umweltfreundliche Richtung zu lenken. Ziel war, dass möglichst jede Gruppe mindestens ein Leuchtturmprojekt zum Thema Schöpfungsverantwortung umsetzt.

Die (kleinen) Erfolge

Dies gelang in einigen Punkten, wenngleich die Entscheidungen teilweise nicht (nur) aus Umweltschutz-, sondern z.B. auch aus Kostengründen gefällt wurden und somit nicht zwangsläufig auf unsere Bemühungen zurückgeführt werden können. So wird es beispielsweise im Willkommenspaket – aus heutiger Sicht – keine Powerbanks für alle Teilnehmenden geben. Die Herstellung dieser technischen Geräte für voraussichtlich mehr als 30.000 Personen, wovon die Mehrzahl sicherlich bereits solch ein Gerät besitzt, hätte enorm viel Energie und seltene Rohstoffe bedeutet, zudem findet die Herstellung meist unter äußerst fraglichen Arbeitsbedingungen statt. Stattdessen wird man sich bei Bedarf eine Powerbank im IJT-Shop vor Ort kaufen können, was die  Initiative Schöpfungsverantwortung ausdrücklich begrüßt.

Zudem plant der Caterer diesmal weit weniger (Plastik-)Verpackungen als beim EJT 2009 einzusetzen und z.B. zum Frühstück eine offene Theke für Käse und Wurst anstatt eingeschweißte, vorgepackte Portionen anzubieten. Außerdem sollen durch verschiedene Maßnahmen Lebensmittelabfälle verringert werden.

Begrenzte Einflussmöglichkeiten

In zahlreichen Punkten wurden unsere Vorschläge jedoch abgelehnt, ein konsistentes Umweltkonzept bzw. einen roten Faden in diese Richtung wird es leider – aus heutiger Sicht – nicht geben. Insbesondere betrifft dies unsere Hinweise für eine umweltverträgliche Verpflegung – also einen hohen Anteil vegetarischer, regionaler, biologisch erzeugter oder fair gehandelter Produkte.

Unser Fazit

Trotz einiger guter Maßnahmen wird der IJT – aus heutiger Sicht – unseren Erwartungen an eine umweltfreundliche Großveranstaltung bei Weitem nicht gerecht. Auch günstige oder kostensparende von uns vorgeschlagene Maßnahmen, wie die Reduzierung des Fleischangebots, wurden abgelehnt. Leuchtturmprojekte wie das ausschließliche Angebot fair gehandelten Kaffees und Tees oder Apfelsaft von regionalen Streuobstwiesen werden noch geprüft oder wurden als nicht umsetzbar eingestuft.

Leider konnten wir als Initiative und Fachgruppe nicht mehr erreichen und sehen auch für die verbleibende Zeit bis zum IJT nicht, dass sich noch viel in Richtung Umweltfreundlichkeit bewegen wird. Daher haben wir beschlossen, unsere aktive Mitarbeit an der Organisation des IJT zu beenden und „nur“ noch auf Anfrage beratend zur Seite zu stehen.

Aus unserer Sicht muss sich der IJT an anderen (christlichen) Großveranstaltungen messen lassen – und dort spielt Nachhaltigkeit oft eine große Rolle. Zudem verpasst der IJT aus unserer Sicht die Chance, Werte wie Verantwortung für Gottes Schöpfung (Menschen, Tiere, Pflanzen) und die damit verbundene Nächstenliebe als starke verbindende Elemente für die Veranstaltung zu nutzen, insbesondere, da es sich um einen Jugendtag handelt und dieses Thema gerade bei Jugendlichen eine zunehmende Bedeutung erfährt und sie besonders betrifft.

Die Initiative auf dem IJT 2019

Die Initiative wird trotzdem mit verschiedenen Beiträgen auf dem IJT 2019 vertreten sein:

  • An allen Tagen werden wir mit einem Stand auf dem Messegelände vertreten sein.
  • Wir werden ein oder mehrere Male einen Workshop zum Thema „Schöpfungsverantwortung in Gemeinden leben“ anbieten.
  • Voraussichtlich werden wir eine Andacht zum Thema Schöpfungsverantwortung gestalten.